2014

Die Tartlauer Kirchenburg

Tartlau (rumänisch Prejmer, ungarisch Prázsmár) ist die östlichste deutsche Siedlung in Siebenbürgen, 18 Kilometer nordöstlich von Kronstadt entfernt, 519 Meter ü.M. Der Hattert umfaßt 8.177 Hektar, dazu 3.037 Hektar Wald in der Bosau.

Die Gründung erfolgte in den Jahren 1212/1213 (Urkundenbuch I.).
Gleich nach der Besiedlung (vor 1225) beginnt der Ritterorden mit dem Bau der Kreuzkirche, nach dem Vorbild der Kreuzkirche in Jerusalem. Nach Vertreibung des Ordens wird die Kirche von den deutschen Siedlern im Stile der spätstaufischen Gotik des Rheinlandes vollendet.

Die Kirche zeigt im Grundriß die Form des gleicharmigen Kreuzes. Erst in den Jahren 1512-1515 wird das Längsschiff verlängert, so daß die heutige Form des Grundrisses - die eines ungleicharmigen Kreuzes - entsteht. Im Laufe der Jahrhunderte werden Kirche und Kirchenburg oft renoviert. Der Flügelaltar stammt aus dem Jahr 1450.

Die Wehranlage stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, wurde dann in der Türkenzeit verstärkt und mit Flankierungstürmen versehen. Die heutige Form erhielt die Wehrmauer im 16./17. Jahrhundert. Der innere Bering hat eine Höhe von 12 bis 14 m, an der Basis ist die Mauer 5 m breit. Im Inneren wurden Früchtekammern in vier Etagen angelegt, der Wehrgang ist ganz überdacht.
Der Marktort Tartlau befindet sich an exponierter Stelle, dem Bosaupaß vorgelagert, einem den östlichen Eindringlichen wohlbekannten Einfallstor nach Siebenbürgen.

Fünfzigmal wurde Tartlau von Mongolen, Tataren, Türken, Kosaken, Moldauern u.a. zerstört und durch den Fleiß seiner Bewohner immer wieder aufgebaut.

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