2014

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Musik und Apfelsaft in Tartlau

Das vorletzte Konzert des „Diletto musicale” hat am 23. August stattgefunden. Diesmal trat „Cantate Domino” auf, eine Formation, die aus drei Mitgliedern der Musikerfamilie Philippi besteht: Ursula (Orgel), die aus Tartlau stammt, Kurt (Cello) und Klaus Martin (Oboe). Die Sopranistinnen Melinda Samson und Elisa Gunesch ergänzten das Ensemble.  
Der musikalische Abend begann mit dem Oboekonzert in d-moll, wohl das bekannteste Werk von Alessandro Marcello, das akkurat und ausdruckskräftig in der Interpretation von Klaus, Ursula und Kurt Philippi erklang (siehe Foto). Es folgte „Der harmonische Grobschmied”, eine Arie mit fünf Variationen von G. F. Händel, die expressiv und mit abwechselnden musikalischen Farben von Ursula Philippi dargeboten wurde. Ein Höhepunkt war die Uraufführung der „Vier Miniaturen” für Oboe solo von Hans Peter Türk, der als bedeutendster sächsischer Komponist der Gegenwart gilt. Die musikalischen Einflüsse seiner Heimat lassen sich auch in den Miniaturen erkennen. Klaus Philippi spielte sie auf der Oboe meisterhaft und mit bewundernswerter Sorgfalt für das Detail. Auch Werke von F. Mendelssohn-Bartholdy konnten am Sonntag gehört werden. Das Thema mit Variationen in D-Dur wurde von Ursula Philippi auf der großen Orgel interpretiert. Die Stimmen von Melinda Samson und Elisa Gunesch trafen sich in den Duetten „Ich harrete des Herren”, „Zion streckt ihre Hände aus” und „Höre Israel”.
Cello und Orgel spielten zusammen „Drei kleine Stücke” von Paul Richter, dem Burzenländer Komponist, der auch als Dirigent, Organist und Pädagoge in Kronstadt/Brasov wirkte. Kurt und Ursula Philippi schenkten die romantische, kantable, warme Stimmung der „kleinen Stücke” dem Tartlauer Publikum.
Das Konzert endete mit dem Mendelssohn’schen Duett „Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringt”. Anschließend durfte das Publikum im Innenhof der Burg zusammen mit den Musikern einen Apfelsaft „aus Eigenproduktion” der Philippis genießen.
Das letzte Konzert im „Diletto” dieses Jahres findet am 30. August um 17.00 Uhr statt und wird vom Jugendbachchor unter der Leitung von Steffen Schlandt zusammen mit Mitgliedern des Gaudeamus Quartetts dargeboten.
Christine Chiriac
27.08.09

Zweiter Musikabend des Festivals „Diletto musicale”

In der Kirchenburg Tartlau/Prejmer traten am Sonntag, dem 9. August, vier junge Musiker auf: das Querflöten-Duo „Traverso” Alexandra Pana und Teodora Alexandrescu, (Studentinnen an der Musikhochschule Kronstadt/Brasov), die Sopranistin Gabriela Schlandt und der Organist Steffen Schlandt. Im Programm standen „über 150 Jahre Musikgeschichte”, wie Steffen Schlandt die Auswahl der Werke von Vivaldi, Bach, Bellinzani, Haydn, Jomelli und Mendelssohn beschrieb.
Das Motto des Abends war „Kronstädter Werke wiederentdeckt”, denn im Mittelpunkt standen die Sonate für Orgel von Martin Schneider (ein aus Weidenbach/Ghimbav stammender Komponist, dessen Namen vor allem in Verbindung mit seiner „Musiktheorie” in vier Bänden bekannt ist), sowie die Arie „Erstrahle Licht” für Sopran und Pianoforte, komponiert vom Burzenländer Musiker Johann Lukas Hedwig (geboren in Helsdorf/Halchiu). Letztere erschien im Jahre 1843 und wurde jetzt, nach über hundert Jahren, von Gabriela und Steffen Schlandt (siehe Foto) wieder dargeboten.
Die Wiener Klassik war aber vor allem in den einzigartigen Tönen des wertvollen alten Hammerflügels in der Tartlauer Kirche präsent. Das Instrument, das im Italienischen „piano e forte” heißt, ist einer der „Vorfahren” des modernen Klaviers, unterscheidet sich jedoch vom Cembalo durch seinen süßen Klang und den vielen dynamischen Möglichkeiten die es bietet.
Christine Chiriac
13.08.09


Musikalischer Sommer in Tartlau

Die Konzertreihe „Diletto musicale” hat am Sonntag begonnen
Schon seit 1999 findet in der Kirchenburg Tartlau/Prejmer das Festival „Diletto musicale” statt, eine Reihe von musikalischen Abenden, die im August jeweils sonntags dargeboten werden. Gründer des Festivals und Veranstalter der Konzertreihe ist Steffen Schlandt, Organist der Schwarzen Kirche und Leiter des Bachchores Kronstadt/Brasov. Für die Förderung sorgen die Siebenbürgisch-Sächsische Stiftung und die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Bukarest.
Am Sonntag, dem 2. August, fand das erste Konzert der diesjährigen elften Serie statt. „Fior di Suono” (siehe  Foto), eine Gruppe aus Klausenburg/Cluj-Napoca eröffnete das Festival mit Stücken von Telemann, Pergolesi und den in diesem Jahr von der Musikwelt gefeierten Händel und Purcell. „Fior di Suono”, eine einzigartige Formation auf den Kammermusik-Bühnen Rumäniens, vereint seit Februar junge Musiker, die Barockmusik auf alten Instrumenten und in der im 18. Jahrhundert üblichen Spieltechnik darbieten. Die Sopranistin der Klausenburger Oper, Mihaela Maxim, erfreute das Publikum mit ihrer reichen Stimme. Melinda Beres, Dozentin an der dortigen Musikakademie, und Rasvan Dumitru, Konzertmeister des Opernorchesters, brachten die barocken Töne in einem idealen Gleichgewicht in die schöne Tartlauer Kirche. Sie wurden von Ciprian Câmpean, Cellist in der Philharmonie, sowie von Erich Türk (Cembalo), ebenfalls Dozent an der Musikakademie, begleitet. Als Gast trat der besonders talentierte Violinist Matyas Bartha aus Basel auf. Nach der eindrucksvollen und erfrischenden Barockmusik durfte das Publikum auch den traditionellen Marillensaft im Innenhof der Burg kosten.
Im August werden noch vier Konzerte der Reihe „Diletto musicale” stattfinden. Am 9. August, um 17.00 Uhr, werden Blasinstrumente im Mittelpunkt stehen, auf denen die Formation „Traverso” Werke von Schneider, Bach, Hotteterre, de la Barre und Blavet spielen wird. Demnächst , jeweils sonntags, werden die Musikgruppen „Quartetto Brassovia”,  „Cantate Domino” und der Jugendbachchor Kronstadt auftreten
06.08.09

Musikalische Jubiläumsfeiern in Kronstadt und Tartlau

Der Jugendbachchor Kronstadt wird 15, das Festival Diletto musicale 10 Jahre alt


In diesem Jahr häufen sich im Burzenland die Jubiläen. Der Kronstädter Bachchor wurde 75 Jahre alt, aber auch der Jugendbachchor kann schon auf mehr als ein Jahrzehnt musikalischer Aufführungen zurückblicken. Das Tartlauer Festival Diletto musicale schließlich, das jeden August zu Sonntagskonzerten einlädt, feiert genau seinen zehnten Geburtstag. Sowohl die Chöre als auch das Festival sind mit der Person von Steffen Schlandt verbunden, denn er ist seit 2004 Leiter des Jugendchors. Schon 1999 rief er das Festival ins Leben. Mit Steffen Schlandt sprach Thealinde Reich.



Wie kam es zur Gründung von Diletto musicale vor 10 Jahren? Wer hatte diese Idee?

Die Idee entstand aufgrund einer in Aussicht gestellten Leihgabe eines Instrumentes von Ferdinand Stemmer (ein Orgelbauer aus der Schweiz – Anm. der Red.), er hatte gerade eine kleine Truhenorgel fertiggestellt und sich überlegt, ob er sie nicht nach Rumänien mitbringt, damit er sie vorstellt. Bei uns in Rumänien war es eigentlich unbekannt, dass man mit tragbaren Orgeln herumfahren kann. In Deutschland existiert eine ganz andere Praxis.

Ich habe mir gedacht, wenn Ferdinand Stemmer die Orgel zur Verfügung stellt, dann möchte ich auch, dass sie gut genutzt wird. Tartlau kannte ich, weil die ganze Umgebung und auch die Akustik der Kirche wunderbar sind. Zu dem Zeitpunkt gab es schon ziemlich viele Orgelreihen in Siebenbürgen: Hermannstadt, Kronstadt, Mediasch, Schäßburg, Heltau, Klausenburg, und ich wollte gern, dass man auch eine andere Art von Sommerkonzerten anbietet, also nicht reine Orgelkonzerte.

Und wie sind Sie auf diesen Namen gekommen, Diletto musicale?

„Diletto musicale“ ist im Verlag Doblinger die Reihe für etwas ältere Musik, also des 18. Jahrhunderts. Ich habe mich da bedient, ohne viel nachzudenken, ob es ein Urheberrecht gibt oder nicht. Der Begriff wurde im 18. Jahrhundert auch für einen musikalischen Genuss oder das Empfinden eines musikalischen Genusses gebraucht.

Vielleicht berichten Sie über die Entwicklung des Festivals. Was für Ensembles haben hier gespielt und für welches Publikum?

Es begann im Jahr ’99, da hatte ich mir gewünscht, dass ich einen Zeitpunkt finde, wo die Leute auch aus dem Dorf möglichst zahlreich erscheinen können. Ich hatte zuerst damit gerechnet, dass die Leute aus dem Dorf das Stammpublikum darstellen, und dann habe ich am Sonntag um fünf Uhr eine Zeit festgelegt, weil ich dachte, da muss man sich nicht um die Tiere kümmern, und am Sonntag ist auch kein Arbeitstag. Die Reaktion bei der Dorfbevölkerung hat sich nicht gerade als überschwänglich erwiesen, es war eher so, dass einige Tartlauer in konstanter Weise gekommen sind. Das Publikum ist hauptsächlich ein Touristenpublikum, ganz oft ist es auch ein Zufallspublikum, weil Touristen zu der Zeit in Tartlau sind. Dadurch dass die Besucherzahl konstanter wird, hochkonstant, also die Kirche fast immer voll ist, nehme ich auch an, dass die Leute gezielt hinfahren.

Die Ensembles, die in der ersten Zeit und immer wieder dabei waren, das ist die Familie Philippi, die mit Tartlau sehr eng verbunden ist, außerdem war es der Jugendbachchor. In einer weiteren Aufzählung sind auch oftmals Chöre aus Deutschland hier gewesen oder auch Kammerensembles aus Rumänien. Ein Gedanke ist der, dass man das Festival bezahlbar hält, also dass man nicht so teure Ensembles einlädt, dann kann auch der freie Eintritt gewährleistet sein.

Innerhalb des diesjährigen Diletto feiert der Jugenbachchor sein 15-jähriges Jubiläum. Wie kam es zu dessen Gründung?

Da gehe ich in meine früheste Jugend zurück. 1992, als ich erstmals im Bachchor meines Vaters Eckart Schlandt mitgesungen habe, gab es eine Zeit, in der es bis zu 10 Stimmen in meinem Alter gab, zwischen 14 und 16 Jahren, und die waren natürlich sehr gern und begeistert bei den Stücken des großen Bachchors dabei, aber sie wären auch geneigt gewesen, andere Stücke als Repertoire zu erarbeiten. Und da hat mein Vater ganz gern diese Aufgabe wahrgenommen und hat zusätzlich zu den Proben des Bachchors noch die separate Probe eingeschoben für einen jüngeren Bachchor, der hieß damals Baby-Bachchor, BBC. Das war eine nette Geste, die Anzahl der Jugendlichen mit ihrem Alter ein bisschen zu definieren.

Dieser Jugendchor war ‘93 erstmals fähig zu singen. Es war eine relativ konstante Arbeit dieser Jugendlichen, bis sie zur Hochschule gezogen sind, und dann wurde die Besetzung gewechselt. Es gibt immer wieder Leute, die aufgrund von Entwicklungen weggehen müssen und nicht mehr in Kronstadt sind, aber das Erfreuliche für mich ist, dass seit meiner Übernahme die Leute – Gott sei Dank – in Kronstadt geblieben sind, so dass ich auf viereinhalb Jahre konstanter Arbeit zurückblicken kann.

Wie ist der Jugendchor vom großen Chor abzugrenzen?


Es ist mein großer Wunsch, und bis jetzt ist er auch in Erfüllung gegangen, dass es nicht eine separate Vereinigung gibt, die mit dem großen Chor nichts zu tun hat, sondern dass diese Sänger auch die Stammsänger des großen Chores sind, die zusätzlich zu den Aufgaben im Bachchor auch noch im Jugendchor mitsingen. Natürlich ist man mit dem kleinen Chor viel mobiler. Sie wünschen es sich aber sehr, dass sie die großen Oratorien mit dem großen Chor singen, denn die kann man alleine nicht singen, bei den größeren kirchenmusikalischen Werken braucht man ein wenig Stärke.

Wer sind die Mitglieder des Jugendbachchors? Ich nehme an, dass es in der evangelischen Gemeinde nicht mehr genug junge Sänger gäbe, um so einen Chor zustande zu bringen.

Die Mitglieder sind zu einem Teil Schüler der Honterus-Schule gewesen, es sind Schüler der Musikschule und Musikhochschule und Mitglieder von anderen Kirchen, also insgesamt entstammen sie sechs Konfessionen und sprechen drei Muttersprachen.

Wie begeht der Jugendbachchor sein diesjähriges Jubiläum? Es gab am 10. August das Konzert in Tartlau, aber ich habe gehört, es soll auch eine Tournee stattfinden.

Genau. Wir hatten im Jahr 2006 unsere erste Auslandsausfahrt, damals ging es vorrangig um das Sammeln von Geldern für die Orgel in Bistritz und wir haben ca. 8000 Euro eingenommen. Dieses Jahr gibt es also Konzerte in Deutschland, der Schweiz und Österreich und wir wollen für die siebenbürgische Orgellandschaft werben. Es ist auch eine Zusammenarbeit mit der Schweizer Stiftung für Orgeln in Rumänien; die Konzerte in der Schweiz werden als Benefizkonzerte für die Orgelwerkstatt in Honigberg veranstaltet, damit die Ausbildung zu Orgelbauern weiterhin gut funktionieren kann.

Wir wollen aber auch dem Publikum, das wahrscheinlich nicht ausschließlich siebenbürgischer Abstammung ist, das Land ein wenig vorstellen. Wir werden mit Projektoren die Konzerte begleiten und zu der Musik aus Siebenbürgen auch Bilder zeigen, verschiedene Regionen, mit ihrer Verletzbarkeit und der jetzigen Situation in Siebenbürgen und den sächsischen Gemeinden besonders.

Im Konzert in Tartlau sind Werke siebenbürgischer Komponisten erklungen. Es würde mich interessieren, wo diese Noten sind, wer sich um die Sichtung des Notenbestands kümmert.

Der größte Notenbestand befindet sich zur Zeit in Hermannstadt beim Landeskonsistorium, bei Kurt Philippi. Er hat alle Notenbestände, die aus den Gemeinden gerettet werden konnten, zu sich genommen, sortiert und klassifiziert. In den größeren Gemeinden, wo die Notenbestände noch nicht sortiert sind - es wären auch noch Bibliotheken und Archive - dort ist noch eine große Arbeit zu leisten, vor allem in Kronstadt und Hermannstadt. Man muss auch sehr selektiv verfahren, weil man nicht 200 Jahre Musikgeschichte in 10 Jahren aufarbeiten und aufführen lassen kann. In Hermannstadt macht das Kurt Philippi, in Kronstadt mache ich das, dass wir uns die interessantesten Stücke aus den Manuskripten anschauen und das, was wertvoller ist, wird dann zum Übertragen gegeben.

Wer sind die siebenbürgischen Komponisten, die Sie entdeckt haben und aufführen? Zahlt es sich aus, sie neu zu entdecken?

Die Namen der Komponisten sind an einer Hand abzuzählen, von wichtigerem Wert wären das Sartorius, Knall, Polder, Schneider für das 18. Jahrhundert und die evangelische Kirchenmusik. Für die katholische kann man Caudella in Hermannstadt nennen. Ob es sich lohnt oder nicht? Wir müssen das Dictum, eine Abwandlung der Kantate, als siebenbürgische Eigenart akzeptieren und mit Sympathie aufnehmen, weil ich glaube, dass für den ländlichen Bereich diese Form musikalisch-literarischer Vermittlung und des Verkündigens durch Musik und Wort sehr einprägsam war. Den musikalischen Wert innerhalb der großen Musikgeschichte sollte man jetzt nicht vorrangig analysieren, weil die Ausbildungsstätten und Möglichkeiten ganz anders ausgesehen haben, und trotzdem gibt es auch an anderen Stellen in Europa Kleinmeister und Kleinschöpfungen, so dass nicht in zwei Kategorien gedacht werden muss.

Sie organisieren jedes Jahr in Kronstadt das Festival Musica Coronensis. Können Sie eine Art Vorschau für die Zeitungsleser machen?


Dieses Jahr sind wir auch schon bei der Nummer sechs. Die großzügige Unterstützung der Deutschen Botschaft ist nach wie vor gewährleistet. In diesem Jahr gibt es eine Zusammenarbeit mit einem deutschen Chor, dem Jungen Chor Wilhelmshaven, das sind Jugendliche im Alter von 18-19 Jahren, die werden herkommen und wir werden zusammen am 19. Oktober mit dem Bachchor den Messias aufführen. Am Tag davor machen wir beim Michael-Weiß-Gedenktag beim Denkmal in Marienburg mit. Es gibt dann einen Abend, an dem sich die Kronstädter Oper präsentiert. Außerdem wird die Philharmonie Kronstadt die „Karpatische Suite“ von Paul Richter aufführen, das Trio Contraste und das Ehepaar Manoleanu aus Bukarest werden ein gemischtes Programm zu Gehör bringen, wo auch Kronstädter Komponisten vorkommen, z.B. Heinrich Neugeboren / Henri Nouveau, der gleichzeitig Maler und Komponist war. Am Samstag gibt es einen Orgelausflug in die Burzenländer Gemeinden mit Einweihung der Weidenbacher Orgel. Das Festival hört auf mit einem Konzert des Gheorghe-Dima-Chors, er wird rumänische und sächsische Kompositionen aus dem 19. Jahrhundert in der Schwarzen Kirche singen.

Vielen Dank für dieses Gespräch.

Den Auftakt bestritt das Kinder- und Jugendensemble „Canzonetta“

Die Konzertfolge "Diletto musicale" findet zum achten Mal statt

ww. Kronstadt - Im vorigen Jahr wurde die Musikreihe „Diletto musicale“ mit einem Konzert des Kronstädter Canzonetta-Ensembles beendet, in diesem Jahr eröffnete die gleiche Gruppe unter der Leitung von Ingeborg Acker die achte Ausgabe dieser besonderen Musikfestspiele, deren Programm je ein Konzert an fünf aufeinanderfolgenden Sonntagnachmittagen in der Kirchenburg von Tartau/Prejmer umfasst. Initiator und Organisator dieser Konzertreihe ist der Kronstädter Organist und Dirigent Steffen Schlandt, der anlässlich des Eröffnungskonzertes am Sonntag in seinem Grußwort darauf hinwies, dass in diesem Jahr vor allem junge Musikgruppen in Tartlau musizieren werden.

Den Anfang machte, wie gesagt, der Kinder- und Jugendchor mit Instrumentalensemble „Canzonetta“, der für diesen Auftritt ein sehr anspruchsvolles Programm vorbereitet hatte. Einleitend erklang ein Martin-Luther-Text („Wer sich die Musik erkiest“) in der Vertonung von Paul Hindemith, gefolgt von Stücken für Instrumentalensemble von Gottfried August Homilius und Johann Pachelbel. Seit Pachelbels Tod erfüllten sich heuer 300 Jahre, was die Musiker intensiver zu seinen Kompositionen greifen lässt. Ähnlich verhält es sich mit Mozart (250. Geburtstag), und tatsächlich sang „Canzonetta“ mit schönem Ausdruck mehrere Mozart-Stücke (z.B. „Vater, hör unser Flehen“ und „Abendruhe“) und führte auch die beliebte „Kleine Nachtmusik“ in einer Fassung für Blockflöten und Rhythmusinstrumente auf.

Ferner standen zwei – nicht unbedingt kind- bzw. jugendgerechte – Chorwerke siebenbürgischer Komponisten im Programm: Hans Peter Türks „Nachtigall“ (aus dem Zyklus der Bearbeitungen siebenbürgisch-sächsischer Volkslieder) und Ernst Irtels kongeniale Vertonung von Adolf Meschendörfers „Siebenbürgischer Elegie“. Es folgte die Kinderkantate „Gebt unserm Gott die Ehr“ von Gustav
Gunsenheimer und abschließend zwei Spirituals, deren Vortrag den jungen Musikern sichtlich Spaß bereitet hat.

Dem ersten „Diletto musicale“- Konzert dieses Jahres wohnte ein zahlreiches, dankbares Publikum bei, das anschließend im Burghof zu einem Glas Marillensaft eingeladen wurde, wie das hier schon seit Jahren zur Tradition geworden ist.

Am kommenden Sonntag (17 Uhr) wird im Rahmen der „Diletto musicale“-Reihe das Kindermusical „Jona und die schöne Stadt Ninive“ von Klaus-Peter Hertzsch (Text) und Detlev Schoener (Musik) aufgeführt. Es musizieren Teilnehmer an der Kindermusikwoche in Seligstadt/Seliştat unter der Leitung von Christiane Neubert und Klaus Dieter Untch. Weitere Informationen über die Konzertreihe „Diletto musicale“ bietet die Internet-Seite www.diletto-musicale.ro.

Wolfgang Wittstock, ADZ 1. August 2006

Musik in der Tartlauer Kirchenburg

Die Konzertfolge "Diletto musicale" findet zum achten Mal stattww. Kronstadt - Die achte Ausgabe der Konzertfolge "Diletto musicale" steht vor dem Start: An fünf aufeinanderfolgenden Sonntagen, jeweils 17 Uhr, werden wieder Konzerte in der evangelischen Kirche von Tartlau/Prejmer stattfinden.Eröffnet wird die diesjährige Konzertfolge "Diletto musicale" am Sonntag, dem 30. Juli, vom Kronstädter Kinder- und Jugendchor mit Instrumentalensemble "Canzonetta" unter der Leitung von Ingeborg Acker. Die jungen Sänger und Instrumentalisten sind bereits zum dritten Mal bei "Diletto musicale" dabei. Schwerpunkte ihres Programms werden diesmal Werke zweier Jubiläumskomponisten des Jahres 2006 - W.A. Mozart (250. Geburtstag) und Johann Pachelbel (300. Todestag) - sein.Eine Besonderheit für "Diletto musicale", nämlich ein Kindermusical, steht am Sonntag, dem 6. August, im Programm. Das Musical soll Anfang August im Rahmen einer Kindermusikwoche in Seligstadt/Seli{tat unter der Anleitung der Kirchenmusiker Christiane Neubert, Klaus Dieter Untch und Edith Toth einstudiert werden. Es beteiligen sich Kinder aus Hermannstadt/Sibiu, Fogarasch/Fãgãraş, Schäßburg/Sighişoara, Mediasch, Heltau/Cisnădie, Zeiden/Codlea und Kronstadt/Braşov.Das dritte Konzert (am 13. August) wird der Kronstädter Jugend-Bachchor unter der Leitung von Steffen Schlandt - dem Initiator von "Diletto musicale" - bestreiten. Diese Singgemeinschaft, deren Mitglieder drei Nationalitäten und fünf Konfessionen angehören, hat sich in diesem Jahr vorwiegend der musikalischen Form des Madrigals zugewandt.Anlässlich der beiden letzten Konzerte von "Diletto musicale 2006" werden zwei bekannte siebenbürgische Musikerfamilien als Protagonisten im Vordergrund stehen. Das Konzert am 20. August wird vom Schäßburger Ehepaar Halmen und seinen vier Kindern bestritten, die auch schon im Jahr 2004 in Tartlau erfolgreich aufgetreten sind. Abgeschlossen wird die Konzertreihe am 27. August mit dem Auftritt des Hermannstädter Ensembles "Cantate Domino", dessen Kern die Musikerfamilie Philippi ist. Zur Darbietung gelangen Kammermusikwerke für Oboe sowie Orgelwerke.Weitere Informationen über die Konzertreihe "Diletto musicale" sind über die eigene Internet-Seite (www.dilettomusicale.ro) erhältlich. Auch in diesem Jahr wird die Tartlauer Konzertfolge vom Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart (ifa) und von der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung (München) gesponsert.


Wolfgang Wittstock, ADZ 26. Juli 2006

Musik, die viel Spaß bereitet

„Diletto musicale“: Abschlusskonzert mit dem Ensemble „Canzonetta“

Die diesjährige Musikreihe „Diletto musicale“ wurde Sonntagnachmittag in der Kirchenburg von Tartlau/Prejmer mit einem Konzert des Jugendensembles „Canzonetta“ aus Kronstadt/Braşov abgeschlossen. Diese Musikgemeinschaft, der vorwiegend Schülerinnen und Schüler des Johannes-Honterus-Lyzeums angehören, wird seit mehr als zehn Jahren von der Organistin und Sängerin Ingeborg Acker, ihrer Begründerin, mit großem musikpädagogischem Engagement betreut und hat im Laufe der Jahre eine bemerkenswerte Entwicklung erlebt, was auch das jüngste Konzert eindrucksvoll bezeugt hat. Das etwa eineinviertelstündige Programm, das am Sonntag zur Darbietung gelangte, umfasste vorwiegend Stücke für Chor, Solisten und Instrumente (in erster Linie Blockflöten) mit geistlichem Inhalt, aber sehr unterschiedlicher Provenienz.

Neben Kompositionen von J.S. Bach oder Joseph Haydn stand Musik aus Südafrika im Rhythmus der Buschmänner-Trommeln. Ragtime- und Gospel-Klänge, Melodien von George Gershwin oder Scott Joplin gelangten ebenfalls zu Gehör, und es war offensichtlich, dass den nahezu 40 Mädchen und Jungen diese Art von Musik viel Spaß bereitet. Das Hauptstück des Konzertprogramms bildete die etwa halbstündige Kantate für Kinderchor und Instrumente „Der Rattenfänger von Hameln“ von Helmut Maslo (Text) und Günther Kretzschmar (Musik), deren Sujet bekanntlich, einer Volkssage zufolge, mit der Geschichte der Siebenbürger Sachsen zusammenhängt.

Zum Abschluss sang „Canzonetta“ das zauberhaft melodiöse „Dona pacem, Domine“ von Luigi Cherubini, in dem die schönen, hellen Mädchenstimmen besonders gut zur Geltung kamen. Abschließend und zusammenfassend kann gesagt werden, dass der diesjährigen Tartlauer Musikreihe „Diletto musicale“ mit fünf Konzerten an fünf aufeinanderfolgenden Sonntagen ein schöner Erfolg beschieden war. Jedes Konzert hatte seine eigene, besondere Note, immer wurde auf Niveau musiziert, und auch in puncto Repertoire kam das jedes Mal zahlreiche Publikum stets auf seine Rechnung. Und der Rahmen – die mächtige Kirchenburg, die eindrucksvolle Kreuzkirche mit dem schönen vorreformatorischen Altar – sorgte ebenfalls dafür, dass diese vom jungen Organisten und Chorleiter Steffen Schlandt initiierte und organisatorisch betreute Konzertreihe, die nun zum siebten Mal abgehalten wurde, bei den Besuchern kaum Wünsche offen ließ.

Wolfgang Wittstock, ADZ 30. August 2005

Seltene Kostbarkeiten im Programm

Konzertreihe „Diletto musicale“: Der Kronstädter Jugend-Bachchor zeigte sich in guter Form

Ein zahlreiches, gutes Publikum, darunter eine größere Gruppe französischer Touristen, die sich anschließend begeistert über das Gehörte und Gesehene äußerten, wohnte am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche von Tartlau/Prejmer dem vierten Konzert der diesjährigen Musikreihe „Diletto musicale“ bei. Die Protagonisten waren diesmal die Mitglieder des Kronstädter Jugend-Bachchors, die ein substantielles Programm mit musikalischen Kostbarkeiten und Raritäten darboten und sich dabei den hohe Ansprüche stellenden vier- bis achtstimmigen Partituren als gewachsen erwiesen. Der von Steffen Schlandt fachkundig betreute Klangkörper – zehn junge Damen, acht junge Herren – zeigte sich in guter Form. Saubere Intonation und ein schön geformter Klang kennzeichneten den Vortrag.

Zu Beginn erklangen Teile aus der Bach-Kantate „Erschallet, ihr Lieder“ BWV 172. Hier musste der Dirigent zu einer Notlösung greifen und den Trompetenpart auf einer elektronischen Orgel spielen, weil der Musiker, der das stilecht und partiturgerecht hätte tun müssen, kurzfristig wegen Erkrankung abgesagt hatte. Der klangliche Gesamteindruck war trotzdem sehr gut, und auch die Bass-Soli (Rezitativ und Arie) des jungen Sängers Wilhelm Schmidts fielen angenehm auf. Es folgten im ersten Teil des Programms Kompositionen aus der Vor-Bach-Zeit: die fünfstimmige Motette „Das Blut Jesu Christi“ von Johann Michael Bach, das „Pater noster“ für acht Stimmen von Jacobus Handl und eine Vertonung des Psalms 33 „Exsultate justi“ für sechs Stimmen von Andrzej Hackenberger.

Im zweiten Teil wurden Stücke der Nach-Bach-Zeit aufgeführt. Zunächst ertönten a cappella das wunderbare Terzett der Engel aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie Arbeiten der zeitgenössischen Komponisten John Rutter und Knut Nystedt. Bis zu diesem Punkt hatte der Chor vor dem schönen vorreformatorischen Altar gesungen, doch zum Abschluss erklangen von der Empore Franz Schuberts Vertonung des Psalms 23 „Der Herr ist mein Hirte“ sowie „Lobsinget Gott, dem Herrn“ von Camille Saint-Saëns in Begleitung der Kirchenorgel, und der volle Klang der jungen Stimmen erfüllte den Kirchenraum auf eindrucksvolle Weise.

Bereichert wurde das Programm durch Orgelvorträge von Eckart Schlandt: Auf der Stemmer-Truhenorgel spielte der namhafte Orgelkünstler den Choral “O Lamm Gottes unschuldig“ von Johann Pachelbel und auf der Emporenorgel das Benedictus aus der Missa brevis für Orgel op. 59 von Max Reger. Mitgewirkt haben in diesem Konzert auch die Instrumentalisten Raluca Tonescu und Sergiu Mureşan (Violine), Giulien Pop (Fagott), Kurt Philippi (Cello) und Crist Pop (Kontrabas).

Die diesjährige Tartlauer Musikreihe „Diletto musicale“ wird am kommenden Sonntagnachmittag (17 Uhr) mit einem Konzert des Kronstädter Jugendensembles „Canzonetta“ (Leitung: Ingeborg Acker) abgeschlossen.

Wolfgang Wittstock, ADZ 23. August 2005

Nach Jahrhunderten wieder aufgeführt

„Cantate Domino“ spielte in Archiven entdeckte siebenbürgische Musik

Eine durchaus eigenständige Note hatte auch das dritte Konzert im Rahmen der diesjährigen Musikreihe „Diletto musicale“, das am Sonntagnachmittag in der Kirchenburg von Tartlau/Prejmer stattgefunden hat. Zu Gehör gelangte nahezu ausschließlich siebenbürgische Musik aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert, die erst in jüngster Zeit anlässlich der Auswertung von Archivbeständen wiederentdeckt und nun zum ersten Mal nach Jahrhunderten wieder aufgeführt wurde. Es handelt sich um ein Duett für Sopran- und Altstimme mit Instrumentalbegleitung „Dir, Gott, will ich fröhlich singen“ von Vinzenz Hauschka (1766-1840) aus dem Kirchenarchiv der Gemeinde Streitfort/Mercheaşa, das Dictum (eine spezifisch siebenbürgische Kantatenform) auf den 12. Sonntag nach Trinitatis von Martin Polder (Anfang 19. Jahrhundert) aus dem Archiv von Deutsch-Weißkirch/Viscri, die ebenfalls kantatenartige „Dritte Bußandacht“ von Johann Knall (?-1794) aus dem Archiv von Probstdorf/Stejărişu sowie um einige Stücke anonymer Herkunft (Ciacona in B-Dur sowie Adagio und Allegro) aus dem Orgelbüchlein des Joseph Farkas Krisbacensis (1738), das kurz nach seiner Entstehung nach Reps/Rupea gelangte und nun in Hermannstadt/Sibiu vorliegt.
Eingerahmt wurde diese reizvolle Musik mit historischer Patina mit der Vertonung des Wochenspruchs für den 12. Sonntag nach Trinitatis „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen“ des zeitgenössischen siebenbürgischen Komponisten Hans Peter Türk und Abschnitten aus der ebenfalls erst kürzlich wiederentdeckten „Missa in honorem Sanctae Ursula“ (Chiemsee-Messe) von Johann Michael Haydn (1737-1806, dem Bruder des berühmteren Joseph Haydn), der bekanntlich zeitweilig in Großwardein/Oradea gewirkt hat.
Aufgeführt wurden die erwähnten Kompositionen vom Ensemble „Cantate Domino“, dessen Kern das aus dem Burzenland stammende, in Hermannstadt lebende Musikerehepaar Ursula und Kurt Philippi - sie Organistin, er Cellist (und Dirigent des Hermannstädter Bachchores) - ist. Ihren Bemühungen ist die Wiederentdeckung der alten Partituren zu verdanken, die als Vorlage für das Konzert in Tartlau dienten. Zur Besetzung von „Cantate Domino“ gehörten diesmal auch die drei Philippi-Söhne Andreas (Posaune), Johannes (Trompete) und Klaus (Oboe), sodann Melinda Samson (Sopran), Maria Pop (Alt) und Wilhelm Schmidts (Bass), Petra Vârlan und Tereza Cristian (Geige) sowie Christine Lüthi (Oboe). Es sang, unter der Leitung von Ursula Philippi, ein Quasi-ad-hoc-Chor, bestehend aus Freunden und Geburtstagsgästen, denn der Tag des Konzertes war zugleich der 50. Geburtstag der Dirigentin. Diese hatte statt Geburtstagsgeschenken Spenden für die Renovierung der alten Hahn-Orgel aus Rosch/Răvăşel erbeten. Das Instrument soll in der Lehrwerkstatt der Schweizerischen Stiftung für handwerkliche Ausbildung in Rumänien, die in Honigberg/Hărman funktioniert, instand gesetzt und dann in der evangelischen Kirche von Mühlbach/Sebeş aufgestellt werden. Somit war der Auftritt von „Cantate Domino“ auch ein erfolgreiches, sehr gut besuchtes Benefizkonzert.
Das nächste Konzert im Rahmen der Reihe „Diletto musicale“ wird am kommenden Sonntag, 17 Uhr, ebenfalls in der Tartlauer Kirchenburg vom Jugend-Bachchor Kronstadt/Braşov (Leitung: Steffen Schlandt) bestritten.

Wolfgang Wittstock, ADZ 16. August 2005

Diletto Musicale - Il Transilvano

Keine Originalkompositionen, sondern durchwegs Bearbeitungen für Bläser in unterschiedlicher Besetzung umfasste das Programm des Konzertes, das am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche von Tartlau/Prejmer, im Rahmen der Musikreihe „Diletto musicale“, dargeboten wurde. Zu Gehör gelangten Werke von G.F. Händel („The arrival of the Queen of Sheba“, Sonate g-Moll), J.S. Bach (Contrapunctus I aus der „Kunst der Fuge“, die Arie „Ich esse mit Vergnügen“ aus BWV 84, „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ und „Sicut locutus est“ aus dem „Magnificat“), W.A. Mozart (Adagio, Allegro, Adagio f-Moll/F-Dur) und ein sehr reizvolles Stück für Orgelsolo (Rondo F-Dur) von Johann Christian Rinck, von Steffen Schlandt mit virtuoser Eleganz vorgeführt. Beim vorletzten Programmpunkt („Nun danket alle Gott“) sang das Publikum mit. Nach dem Konzert gab es noch eine aparte Draufgabe: Die Bläser bezogen auf den Wehrgängen der Tartlauer Kirchenburg Position (siehe Foto) und spielten noch etliche Volksliedbearbeitungen, während die Zuhörer den Marillensaft kosteten, den die Organisatoren wie gewöhnlich zur Verfügung gestellt hatten. Bestritten wurde das Konzert, das viel Anklang fand, vom Ensemble „Il Transilvano“ in der Zusammensetzung Emin Curtgeafar, Dorin Fărcaş (Oboen), Roxana Barsan (Violine), Kurt Philippi (Cello), Martin Braune, Michael Schöll (Trompeten), Ioan Sârb (Horn), Adrian Sămean, Andreas Philippi (Posaunen), Steffen Schlandt und Eckart Schlandt (Orgel). Die Gesamtleitung lag in den Händen von Steffen Schlandt. Das nächste Konzert in der Reihe „Diletto musicale” findet am kommenden Sonntag, 17 Uhr, ebenfalls in Tartlau statt. Es spielt das Ensemble „Cantate Domino” (Leitung: Ursula Philippi).

Wolfgang Wittstock, ADZ 9. August 2005

(copy 11)

[Translate to Romanian:]

Erst die Musik, dann der Marillensaft
In Tartlau wurde die diesjährige Konzertreihe "Diletto musicale" eröffnet

ww. Kronstadt - Seit dem Jahr 1999 gibt es die Konzertfolge "Diletto musicale". Es handelt sich um eine Reihe musikalischer Veranstaltungen, die im Sommer, gewöhnlich im August, an vier oder fünf aufeinanderfolgenden Sonntagnachmittagen in der evangelischen Kirche von Tartlau/Prejmer dargeboten werden. Die Initiative, "Diletto musicale" zu begründen, hatte der junge Organist und Dirigent Steffen Schlandt (29). Und seine Idee hat Anklang gefunden. Regelmäßig wohnt den Konzerten ein dankbares Publikum bei: Ortsansässige, Musikfreunde aus dem nahen Kronstadt/Brasov, in- und ausländische Touristen, die die mächtige Tartlauer Kirchenburg anzieht. Und gewöhnlich haben diese reizvollen Konzerte im intimen Rahmen der akustisch vorteilhaften Kreuzkirche auch ein apartes, gemütliches Nachspiel: Im Burghof erhalten Konzertbesucher und Musiker einen Becher mit erfrischendem Apfel- oder Marillensaft, für den die Organisatoren aufkommen, und können sich noch eine Weile miteinander unterhalten.

Das Eröffnungskonzert der diesjährigen "Diletto musicale"-Festspiele am Sonntag, dem 31. Juli, war ein eindrucksvolles musikalisches Ereignis. Anlässlich ihrer Siebenbürgen-Tournee, deren bisherige Stationen Hermannstadt/Sibiu und Kronstadt waren und die mit einem Konzert in Bistritz/Bistrita am 3. August enden wird, trug die Evangelische Jugendkantorei der Pfalz unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald anspruchsvolle Kompositionen von Marc-Antoine Charpentier (Beatus vir), Heinrich Schütz (Da pacem, domine) und Felix Mendelssohn-Bartholdy (Te Deum) in überzeugender Art und Weise vor. Der kultivierte Chorgesang, die gepflegten, schönen Stimmen der Gesangsolisten hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Besonders effektvoll wirkte die Interpretation des doppelchörigen Schütz-Werkes, das seine Entstehung einem politischen Ereignis des Dreißigjährigen Krieges verdankt.

Die Gesangsolisten, die auf der Westempore standen, und der Chor, der vor dem kostbaren vorreformatorischen Altar Stellung bezogen hatte, erfüllten den Kirchenraum mit wunderbarem vielstimmigem Klang. Auch die folgenden Konzerte der "Diletto musicale"-Reihe - sie beginnen jedes Mal um 17 Uhr - versprechen einen erlesenen musikalischen Genuss. Am nächsten Sonntag (7. August) wird das Ensemble "Il transilvano" (Leitung: Steffen Schlandt), dem junge Musiker aus Klausenburg/Cluj-Napoca und Kronstadt angehören, Stücke für Bläser und Orgel aufführen. Das Konzert vom 14. August bestreitet das Ensemble "Cantate Domino", dessen Kern das Musikerehepaar Ursula und Kurt Philippi (Hermannstadt) bildet.

Für die bekannte Organistin Ursula Philippi ist dieses Konzert ein Geburtstagsgeschenk besonderer Art, da sie an diesem Tag einen runden Geburtstag feiern wird. Im Programm stehen größtenteils unbekannte Werke für Soli, Chor und Instrumente aus der Feder alter siebenbürgisch-deutscher Kantoren und Komponisten. Am 21. August wird der Kronstädter Jugend-Bachchor (Leitung: Steffen Schlandt) ein Programm mit vier- bis achtstimmigen Chorwerken darbieten. Und den Abschluss der Konzertreihe macht in diesem Jahr (28. August) das aus Schülern der Kronstädter Honterusschule bestehende Gesang- und Instrumentalensemble "Canzonetta" (Leitung: Ingeborg Acker). Der Eintritt zu den "Diletto musicale"-Konzerten ist frei. Für die Deckung der Unkosten sind freie Spenden willkommen. Die diesjährigen Festspiele werden von ifa Stuttgart und der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung (München) gefördert. "Diletto musicale" hat inzwischen auch schon eine eigene Internet-Seite (www.diletto-musicale.ro), über die weitere Auskünfte erhältlich sind.

Wolfgang Wittstock, ADZ 2. August 2005

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Bemerkungen zur Kammermusikreihe in Tartlau

Die vierte Auflage der "DILETTO MUSICALE" Konzerte in Tartlau fand in diesem Jahr vom 18. August bis zum 8. September jeweils am Sonntagnachmittag bei schönstem Sommerwetter in der Tartlauer Kirchenburg statt.
Eröffnet wurde sie von einem Familienkonzert welches von den Mitgliedern der Familien Philippi (Hermannstadt) und Wijnkoop-Lüthi (Schweiz) geboten wurde. Für ihre Besetzung: 2 Oboen, 2 Celli, Orgel wählten sie ein farbiges und interes-. santes Programm, welches sowohl aus dem Altarraum als auch von der Orgelempore erklang. Die Musiker spendeten den Erlös ihres Konzertes der vom Hochwasser beschädigten Hochschule für Kirchenmusik in Dresden. Anschließend wurde draußen der inzwischen traditionelle Marillen-und Apfelsaft getrunken und man konnte Freunde und Bekannte begrüßen.
Am 25. August konnte man den Jugendchor des Kronstädter "Bach"-Chores, verstärkt durch Mitglieder des großen Chores mit einem Programm hören, in dem die deutsche Chorromantik vertreten war. Als Solist sang Ingeborg Acker Stücke von Dvorak und Händel. Besonderen Erfolg hatte ein Chor aus dem Oratorium "Der Allmacht Wunder" vom Heldsdorfer Komponisten Johann Lukas Hedwig, dessen Jubiläum (200 Jahre seit seiner Geburt) in diesem Jahr gefeiert wird.
Der zweite Chor in Tartlau war der "Münchner Madrigalchor", welcher auf seiner Siebenbürgen-Tournee am 1. September sang. Im breitgefächerten Programm von Josquin Desprez bis Serghei Rachmaninov zeigte der Chor vor allem bei den Gesängen der östlichen Liturgie eine beeindruckende Affinität zur orthodoxen Chormusik und bot einen warmen und strahlenden Klang.
 
Im Wechsel mit dem Chor wurden Stücke von Corelli, Mozart und Rhein-berger von Lucia Neagoe (Geige), Stefan Neagoe (Ceiio) und Steffen Schlandt (Orgel) vorgetragen.
Abgeschlossen wurde die Reihe vom Konzert des Klausenburger Barockensembles "Transilvania". Die vier Musiker Istvan Nagy (Traversflöte), Zoltan Majo (Blockflöte), Ciprian Cämpean (Cello) und Erich Türk (Cembalo) verwenden zum Teil Kopien von historischen Instrumenten und verleihen dadurch der Musik die sie darstellten eine Farbe welche auf modernen Instrumenten nicht, entstehen kann, und die sich in Balanceverhältnissen und in der Transparenz in sehr förderlicher Weise bemerkbar macht. Es erklangen Werke von deutschen, italienischen, französischen Komponisten des Barockzeitalters aber auch eine sehr schöne Suite von Hans Peter Türk über sächsische Volkslieder. Viele der Zuhörer kamen auch am darauffolgenden Tag ins Kronstädter Forum um die Gruppe noch einmal zu hören.
Nach dieser 4. Auflage der Tartlauer Konzerte kann man die erfreuliche Feststellung machen, dass sich diese junge Reihe bereits ein Stammpublikum gesichert hat und dass die Besucherzahlen im Durchschnitt höher waren als letztes Jahr.
Lediglich die finanzielle Absicherung der weiteren Reihen bereitet mir ein wenig Sorge, da wir nur die Spenden als einziges Einkommen zur Verfügung haben und diese die Kosten keinesfalls decken können.
Mein besonderer Dank gebührt Herrn Walter Schlandt, der in Gedenken an seinen Vater Walter Schlandt (1902-1979) die Durchführung der diesjährigen Konzerte durch eine großzügige Spende ermöglicht hat.
Für weitere Jahre steile Ich mir die Renovierung der Wegenstein-Orgel vor, dann die Durchführung von Musik-Kursen die dann im Konzert münden und dem Vorschlag des jetzigen Pfarrers Pal folgend, dis Verbindung Musik-Theater im Kirchenschiff und draußen auf den Wehrgängen und Galerien. So wird Tartlau zum Ort offener Türen und der Begegnung.

Steffen Schlandt, KR  August 2002

Kammermusik in der Kirchenburg von Tartlau

In Tartlau wurde die diesjährige Konzertreihe "Diletto musicale" eröffnet
Sonntag, 12. August 2001, 17 Uhr. Auf dem Parkplatz vor der Kirchenburg in Tartlau/Prejmer stehen eine Reihe Pkw mit verschiedensten Kennzeichen des In- und Auslandes. In der Kirche sitzen musikbegeisterte Gäste. Unter dem frühgotischen Gewölbe der Vierung stehen drei Pulte und ein Orgelpositiv. Vier junge Musiker (zwei Geigerinnen: Melinda Beres und Ioana Galu, die dem Kronstädter Publikum schon bekannte und liebgewordene Sängerin Teodora Gheor-ghiu und Steffen Schlandt) spielen eine Ouvertüre von G.F.Händel. Danach einige einleitende Worte (deutsch und rumänisch) von Steffen Schlandt, dem Initiator, dieser nun schon zum dritten Mal stattfindenden Veranstaltung, die ohne jegliche finanzielle Unterstützung von jungen Enthusiasten, ehemaligen Musikstudenten aus Klausenburg und nicht nur, organisiert wird.
Hier seien einige Gedanken ausgesprochen: Man hört, liest und sieht heute auf fast allen Kanälen der Massmedia wie schlecht es um die Kultur bestellt sei, dass die Jugend nur noch nach dem schnellen Geld aus ist und deshalb auf allen Wegen versucht außer Landes zu gehen, wie die, die hierbleiben nur Schlechtes tun und dass es für Kultur kaum Interesse gebe. Vor allem aber wird immer wieder der Mangel an Geld moniert. Hier können wir sehen, dass es auch etwas anderes gibt: Musik - im weiteren Sinne Kulturbegeisterte, die ihre Kraft nicht in aussichtslosen Interventionen um Unterstützung vergeuden, sondern zupacken und etwas tun. Es müssen nicht Massen bewegt werden, es ist genug wenn man einige -zig Zuhörer anspricht. So kommt die Kammermusik am besten zur Geltung. Kammermusik ist und war nicht für den großen Konzertsaal geschrieben, sondern für den engeren Rahmen, eben die intime Kammer. Dazu kommt noch etwas, was heute oft übersehen wird. Die Komponisten der Zeit, aus der die aufgeführten.
Werke stammen, hatten keinen großen Apparat zur Verfügung, sie mussten sich, einschließlich Bach, mit kleinen, oft aus Laien bestehenden Formationen begnügen. Und doch, das bringt auch das Programm von Sonntag zum Ausdruck, konnten sie Bleibendes schaffen, das auch nach bald 300 Jahren seine Aussagekraft bewahrt hat.
Im Programm folgte eine Kantate von Papusch. Wenn man das Wort Kantate hört, stehen einem (dem Laien zumindest) die großen Chorkantaten Bachs vor Augen. Es ist kaum zu glauben, dass auch nur vier Musiker eine Kantate bringen können, die einen tiefen Eindruck hinterlässt. Zwei Stücke von Mozart, eine Arie aus einer weniger bekannten Oper ("II re pastore") und die Kirchensonate Nr. 11 für zwei Geigen und Orgel folgten. Ein Konzert von Vivaldi (in d Moll) führte zu Buxtehudes Kantate "Schaffe in mir Gott, ein reiner Herz". Zum Abschluss erklang eine zweite Kantate von Buxtehude.
Wie Schlandt einleitend sagte, sollte dieses Programm das Kreuz des Gewölbes, unter dem diese Musik erklang, aucSi geographisch nachempfinden: Von London nach Wien, von Vivaldis Venedig nach Lübeck, Buxtehudes Wahlheimat.
Es wäre zu wünschen, dass der. Elan der Veranstalter durchhält und dass auch das Publikum treu bleibt, denn das kulturelle Leben (zumindest eines Teiles) von Kronstadt würde ärmer werden, wenn diese Tradition nicht fortgeführt werden könnte.
Zum Schluss noch ein Wort des Dankes: An die, die keine Mühe gescheut haben, um auch heuer dieses, wir wollen es "Festival der Kammermusik" nennen, durchzuführen. Denen es gelungen ist die ganze Organisation durchzuziehen, die das Programm zusammengestellt haben. Denen, die die Musiker eingeladen und für Kost und Quartier gesorgt haben, Programme geschrieben und Kaffee und Saft bereitgestellt haben. Denen, die gesungen und gespielt haben. Ein Wort des Dankes auch an das Publikum, das die Darbietungen mit Verständnis und Freude angenommen hat, das es verstanden hat, dass in der Kirche nicht applaudiert wird, sich aber dann bei den Künstlern im Gespräch bedankte. Ein Dank auch an Gott, mit der Bitte verbunden, er möge auch in Zukunft diese musikalischen Feiern ermöglichen.
Für Sonntag, den 19.08.2001 steht etwas Besonderes auf dem Programm: Familie Philippi (Prof. Ursula und ihre Söhne) zeigen, dass auch heute noch eine echte Familienmusik möglich ist, dass man nicht nur auf die elektronischen Medien angewiesen ist, wenn in der Familie Musik gefragt ist. Wir hoffen, dass auch dann wieder Musikfreunde den Weg nach Tartlau nicht scheuen und in der beeindruckenden Kirche, vor dem wunderbaren Altar bei dem Anhören der dargebotenen Werke der Musik die Sorgen des Alltags hinter sich lassen.

Erwin Hellmann, ADZ 16. August 2001